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v.l.n.r - Josef Bumann (Sportwart), Sieger Marko Lenz (TC Wolfsberg Pforzheim e.V.), Thorsten Bertsch (Tennisklub Grün-Weiss Mannheim e.V.), Kai Bumann (Turnierleiter)

Marko Lenz und Angelika Roesch siegen beim deutschen Tennis-Ranglistenturnier des TC Ringsheim

Ringsheim (mb) Da sage einer, Tennisspielerinnen und Tennisspieler seien Schönwetter-Sportler. Was die 120 Aktiven aus ganz Deutschland seit dem ersten Turniertag am vergangenen Donnerstag bei der 14. Auflage der Kahlenberg Open des TC Ringsheim wegstecken mussten, war wetter-technisch fast nicht mit Worten zu beschreiben. Zeitweise waren Wetter-Apps wichtigere Ratgeber als der Turnier-Physio, Mentaltrainer und die Unterstützer aus den eigenen Reihen. Aufwärmen, Einspielen, Regen, wieder Anziehen, kalt werden, Platz ist wieder bespielbar, raus zum Aufwärmen, wieder auf dem Platz Einspielen, lange Kleidung ausziehen und das mehrmals am Tag, das waren die ersten 2 1/2 Tage Kahlenberg Open 2017. Wer Glück hatte, ließ sich vom Turnier-Physio zwischendurch auf der Liege die Muskulatur geschmeidig halten.

Mit sturem Blick nach unten auf die Smart-Phones starrend versammelten sich Turnierausschuss, Aktive und Zuschauer in den trockenen Räumlichkeiten des TC Ringsheim. Mit abwechselndem Blick nach oben gen Himmel und nach unten auf den roten Untergrund gerichtet, wandelte einzig der Oberschiedsrichter auf und um die Plätze im Nassen. Es ging schlussendlich um eine Gesamtpreisgeldsumme von fast 12.000 Euro für die Aktiven. Da müssen alle die gleichen Bedingungen auf den Plätzen haben.

Und diese bekamen die Aktiven wie gewohnt beim TC Ringsheim geboten. Trotz teilweise schwierigem Geläuf, weil rutschiger als sonst, bekam die Organisation um Turnierdirektor Kai Bumann viel Lob für die technische Infrastruktur als auch die gesamte zeitliche und logistische Planung. 13 Jahre Turniererfahrung in Ringsheim bieten eine Vielzahl von Situationen, die einen breiten Rücken für neue Erlebnisse mit sich bringen und immer wieder Lösungen für knifflige Fragen finden lassen.

Überraschung: Qualifikant Boewer-Stelter (TC Ehingen) schaltet Nr. 2 Jänsch-Müller (TC Dorsten) aus

Am wichtigen Viertelfinal-Samstagnachmittag war es dann soweit: Der Himmel riss auf und die Sonne zeigte sich Aktiven und Zuschauern. Als ob sie manifestieren wollte, jetzt geht es in die entscheidenden Runden, jetzt bin ich mit von der Partie. Bis auf die Überraschung im Achtelfinale, dass die Nr. 2 der Setzliste, Jänsch-Müller, immerhin die Nr. 65 DR aus Dorsten, die Segel streichen musste, setzen sich alle gesetzten Spieler durch.

Im Viertelfinale in der oberen Hälfte bekam es der einzig verbliebene Lokalmatador, Luca-Leon Mack (TC GW Emmendingen) mit der Nr. 1. Marko Lenz, zu tun. Trotz dem überzeugenden Sieg von Mack in der ersten Runde gegen die Nr. 159 der Deutschen Rangliste, Tom Eisenzapf, war Marko Lenz mit seiner Laufdynamik sowie dem explosivem Spiel "noch" eine Nummer zu groß. Der Überraschungssieger Boewer-Stelter musste in seinem 1/4-Finale dem vorangegangenem Match deutlich physisch Tribut zollen und sah kein Land gegen den Mannheimer Bundesliga-Ergänzungsspieler Thorsten Bertsch.

In den beiden Halbfinals Lenz vs. Zick und Bertsch vs. Müller sollte es zur High Noon-Zeit am Sonntag um 12 Uhr bei gleißendem Sonnenschein auf den Ringsheimer Tennisplätzen heiß hergehen. Die Erwartungen der zahlreichen Zuschauer wurden jedoch nicht erfüllt, zu eindeutig waren nicht nur die Ergebnisse, sondern auch der Weg zu diesen. Marco Lenz spielte im Match gegen Charly Zick (TC GW Luitpoldpark München) seine Dynamik in Beinen und Armen aus. Trotz sich mit immer mehr mit Feuchtigkeit vollsaugenden und schwerer werdenden Bällen, konnte Lenz je nach Belieben, diese Beschleunigen oder auch das Tempo rausnehmen. 7:5/6:0 sprechen eine deutliche Sprache. Thorsten Bertsch von TC GW Mannheim kochte routiniert seinen auf dem Papier noch routinierter erscheinenden Gegen Daniel Müller aus der Bundesliga-Reserve des TC Weinheim ab. Beim 6:4/6:4 rechten Bertsch jeweils ein Break pro Bertsch zum Finaleinzug.

Souveräner hat in der bisherigen Geschichte der Kahlenberg Open (KO) noch kein Titelgewinner seinen Sieg erspielt, wie Marko Lenz vom TC Wolfsberg-Pforzheim. Als Nr. 36 der deutschen Rangliste mit dem Ziel seinen Titel aus dem letzten Jahr zu verteidigen, angereist. Mit dem erneuten Titelgewinn der KO 2017, um das Preisgeld von 3.000 Euro "schwerer" und mit sicherer Verbesserung in der Deutschen Rangliste, reist Marko Lenz gen Heimat Richtung Norden. Mit 6:1/6:1 lies Lenz seinem zeitweise konsterniertem Gegner Thorsten Bertsch keinen Hauch einer Chance. Unscheinbar beim Gang auf den Platz wirkend, packt Lenz mit dem Racket nicht nur sein Arbeitsgerät aus, sondern eine heiße Packung "Mister Dynamite". Die Kombination aus Explosivität der Physis und technischem Können hoben Lenz in den vier Tagen KO aus dem Teilnehmerfeld eindeutig hervor. Manch' Zuschauer fragte sich sicher, geht es noch besser? Zum Abschluss der vier Tage KO hieß es schon zum zweiten Mal in Ringsheim: ...an the Winner is "Marko Leeenz"!

Angelika Roesch (TC RW Baden-Baden) wehrt die Angriffe der Jüngeren souverän ab

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v.l.n.r - Kai Bumann (Turnierleiter), Alina Wessel (RTHC Bayer Leverkusen), Siegerin Angelika Roesch (TC Rot-Weiss Baden-Baden e.V.), Josef Bumann (Sportwart)

Auch das Damenfeld war noch hochwertiger besetzt aus als im letzen Jahr. Trotz einiger jungen Talente schien es wieder auf einen Zweikampf zwischen der letztjährigen Siegerin Ellen Linsenbolz und der Zweiten von 2016 Angelika Roesch hinauszulaufen. Wären da nicht Regeln der Setzliste gewesen. Diese Regeln sorgten dafür, dass, wenn beide Spielerinnen bis ins Halbfinale siegen würden, dort schon aufeinander treffen können. Oft kommt es anders, meisten als man denkt. Denn Ellen Linsenbolz musste sich der 16-jährigen Herausforderin Anne Küttel (TC BW Würzburg/ Nr. 155 DR) im Viertelfinale geschlagen geben. Muskulär leicht angeschlagen, konnte Linsenbolz ihre Spiel-Variabilität nicht entfalten und musste beim Stande von 6:4/3:0 für Küttel verletzt aufgeben um sich sofort vom Physio behandeln zu lassen.

Angelika Roesch hingegen hatte bis dahin leichtes Spiel und spielte am Sonntagmorgen im ersten Halbfinale Anne Küttel klassisch routiniert mit 6:3/6:0 aus. Anne Küttel hatte scheinbar die gesamte Energie in das Match gegen Linsenbolz gelegt und fand kein Mittel gegen Roesch. Im Halbfinale der unteren Hälfte trafen Alice Violet (ETUF Essen e.V./DR Nr. 89) und Alina Wessel (RTHC Bayer Leverkusen/DR Nr. 105) aufeinander. Auch hier setzte sich mit Alina Wessel die routiniertere und sicherere Akteurin durch, so dass die zwei Tennis-Strateginnen Roesch und Wessel im Finale die Kahlenberg Open-Siegerin ausspielten.
Wer unter den Zuschauern dachte, Roesch hätte mit 13 Jahren mehr Lebenserfahrung im Gepäck sah sich getäuscht. Angelika Roesch als mehrfache Damen 30-Weltmeisterin steht im Saft ihres Lebens und ist fit wie ein neuer Turnschuh. Mit 6:3/6:0 spielte sie Wessel sozusagen an die Wand. Beweglich, lauffreudig, mental immer hellwach, es gab keine Situation, die sie vor eine unlösbare Aufgabe stellte. Langanhaltender Beifall bei der Preisgeld-Übergabe für die lebenslustige, "jung-gebliebene" Dame zeugte von großem Respekt ihrer großartigen Leistung auf dem roten Sand in Ringsheim.

42 Aktive mit Klassifizierung in der Deutschen Rangliste - Ein herausragendes Aktivenfeld

Nach der letzten Siegerehrung zog Turnierdirektor Kai Bumann zum 14. Mal bei der 14. Auflage der Kahlenberg Open ein äußerst positives Resümee. "Tolles Aktivenfeld, tolle Atmosphäre, schlechtes Wetter, Anfang zäh, Wetter dann super, Ende herausragend mit Tennis vom Feinsten in den Finals", so fasst Turnierdirektor Kai Bumann die vier Tage Kahlenberg Open zusammen. "Ich bin immer wieder begeistert, wie begeistert die Aktiven von der Atmosphäre hier sind und die Zuschauer die Emotionen auf dem Platz hautnah miterleben können. In den großen Stadien oder im TV hört man nicht wie auf dem Platz geackert und geschuftet wird. Das Ein- und Ausatmen bei den Schlägen, das schnelle Luftholen bei kurzen Sprints zu den Stopps, alles ist hörbar. Es macht mich glücklich, wenn Aktive und Zuschauer glücklich sind."

Für das nächste Jahr, dem kleinen 15-jährigen Jubiläum, kündigt er kleine Änderungen zur weiteren Steigerung der Attraktivität an. "Unser Ziel ist zum kleinen Jubiläum die qualitative Breite des Feldes noch weiter zu verbessern. Hauptwunsch und Ziel zugleich ist jedoch, Aktive aus den Top 20 der deutschen Rangliste den Weg nach Ringsheim zu erleichtern und zu zeigen. "Mal sehen, was dem Orga-Team für Lösungswege dazu einfallen". Wenn die Qualität des Feldes wie in den letzten Jahren aus Zuschauersicht stimmt, dann wird es 2018 auch wieder tolles Profi-Tennis in Ringsheim geben.

 

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